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Vereinschronik

Diese Chronik wurde von unserem langjährigen Vereinsmitglied Albert Stieglitz anläßlich unseres 50-jährigen Vereinsjubiläum geschrieben und vorgetragen. 

Liebe Narrlesen und Narren!

Dank unser fleißigen Chronisten Hans Römer, Harald Kugeler und Bianka Hankel können wir eine Rückschau, wie einen Diavortrag in wörtlichen Bildern, ablaufen lassen.
Stellen Sie sich vor, Inflationszeit, das Geld ist nichts wert, Handel und Tausch sind die wichtigsten Kriterien um überleben zu können.
In diese Zeit fällt die Gründung des Theatervereins Hemfurth. Am 9. März 1924 war es soweit. Aus der Hemfurther Burschenschaft gründete sich der Theaterverein. Also hatte der Theaterverein schon einen Vorgänger.
Nebenbei, auch der Hemfurther Sportverein gründete sich aus dem Burschenverein, der sich 1912 "Edergold" nannte.
Unser Theaterverein muss sehr aktiv gewesen sein, denn nach den Aufzeichnungen gingen die Aktiven Jahr für Jahr mehrmals auf sie Bretter. 1938 mußte das Theaterspielen zeitbedingt durch die damaligen Verhältnisse unterbleiben. Was für Stücke gespielt wurden, und wieviel Mitglieder der Verein hatte, läßt sich leider nicht mehr feststellen. Am 5. November 1948 konnte der Verein, dank der Initiative alter Mitglieder und mit jungen Kräften, aus der Theatergruppe des Turn- und Spotvereins verstärkt, mit Stücken wie z.B.:
"Der geprellte Hirsch", "Der doppelte Bräutigam", "Der Bauer im falschen Bett" und man höre und staune, "Ballermanns Wochenende" auftreten.
Einen Ballermann gab es anscheinend schon damals und nciht nur wie heute auf Mallorca. Verschiedene Stücke sind heute bei den jetzt, in Anführungsstriche gesetzten "Alten", in guter Erinnerung und bei passender Gelegenheit werden Episoden aus dieser Zeit zum besten gegeben. Ein Zeitungsbericht aus dieser Zeit über den Hemfurther Theaterverein, ich zitiere wörtlich:
"Eine der leistungsfähigsten Laienspielbühnen im Waldecker Land."
Bei der ersten Vereinfahrt gings im Mai 1949 für 2 Tage an den Rhein mit einem Opel-Blitz-Bus. Da zu dieser Zeit Vergnügungsfahrten wegen der Treibstoffrationalisierung nicht zulässig waren, bekam die Fahrt einen Deckmantel. Die Truppe fuhr als Fussballmannschaft incl. Schlachtenbummler zu einem Freundschaftsspiel. Ein halbes Dutzend Fußballstiefel und ein Ball wurden vorn an der Tür des Busses sichtbar gelagert, um einer evtl. Kontrolle Beweismaterial zu bieten. Einfallsreich muß man eben sein, das Kind muß den richtigen Namen haben.
Und nun zum ersten Karneval im Gasthaus Bergmann, dem Vereinslokal des Theatervereins, der sich 1950 in "Karnevalclub Rot-Weiß-Hemfurth" umbenannte. 1950, so die Chronik, wurde die erste "karnevalistische Veranstaltung" gefeiert.
Damals war das ein Kappenball, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Kappen, es waren kleine Papierhüte, wurden für 35 Pfg. in Bad Wildungen eingekauft und beim Eintritt für 1,50 DM als Eintrittskarte verkauft. Beim Nachhausegehen der Gäste wurden diesen die Karnevalskappen wieder abgenommen, schon sauber zusammengelegt, und dem Händler als nicht gebraucht zurück gebracht. Man hatte eben kein Geld. So konnte die Kasse ein bißchen aufgebessert werden. Dieser Karneval wurde ohne Prinzenpaar gefeiert.
Eigentlich sind wir mit der Jubiläumsfeier zu spät dran. 75 Jahre Theater- und Karnevalverein hätten wir 1999 feiern können, und 50 Jahre Karneval stand im vorigen Jahr an, denn am 11. und 12. Februar 1950 wurde der erste Karneval gefeiert.Über das Jahr 1951 steht leider nichts in der Chronik. Aber dann ging es los.
1952 und 53 das erste Prinzenpaar, Ferdinand I. und Eva I., übrigens das einzigste Paar, das die Ehre hatte, 2mal hintereinander zu regieren. Hinter den Namen verbarg sich unser Dorfdoktor Ferdinand Hering und seine Lieblichkeit Eva Schmidt. Den Karneval mit Kinderprinzenpaar konnten die Kleinen auch schon feiern. Unsere Tollitäten 1956 waren Karl I. und Waltraud I., heute Waltraud Seibel, die als eine der Hauptinitiatoren die Weiberfastnacht ins Leben rief. Karl Bergmann war damals und ist heute noch Vereinswirt, wenn auch der Karneval inzwischen im hiesigen Bürgerhaus gefeiert wird, wo wir auch heute unsere Jubiläumsveranstaltung feiern.
Karl war jahrelang als "Rasender Lokalreporter", der die politischen Entscheidungen in Hemfurth und Edersee und später in Edertal auf die Schippe nahm, immer der Höhepunkt der Büttenreden.Es reiht sich nun Prinzenpaar an Prinzenpaar, jedes Jahr ein anderes Paar, bis zum heutigen Tag, ein schöner Erfolg für unseren Karnevalverein und unser kleines Dorf. Nur 1991 fiel der Karneval wegen des Golfkrieges aus. Unsere Prinzenpaare sind ja schon seit Jahren mit dem Zusatz "von" in den Adelstand aufgestiegen.
Und nun einige besondere Daten und Begebenheiten aus unserem Vereinsleben.
Alle Prinzenpaare und alle Veranstaltungen hier aufzuführen würde zu langwierig. Außerdem sind alle Prinzenpaare lückenlos im diesjährigen Programm aufgeführt. Schon 1955 wurde der Lumpenball ins Leben gerufen. Diese Veranstaltung machte unseren Karneval über die Grenzen hinaus berühmt.
Ein überfüllter Saal, bei dem kein Stein zur Erde fallen konnte, war beim Lumpenball selbstverständlich. 1956 wurde unser erster eigener Karnevalschlager von Wilhelm Reich aufgeführt. Hinter dem Namen des Komponisten verbarg sich unser Lehrer, Wilhelm Weinreich. 1960, unser Prinzenpaar Klaus I. führte uns 2 Prinzessinnen vor, am Karneval eine Quellennixe aus Bad Wildungen. Wegen Geruchsbelästigung seiner feinen Nase präsentierte er uns am Lumpenball einen verkleideten Ederseer, den niemand erkannte, Günter Bott als Prinzessin. Erstmal trat auch in deisem Jahr ein Funkenmariechen mit Tanzoffizier auf, Evi Philipp und Willi Störmer. Hier vielleicht ein paar Zwischenbemerkungen zur damaligen Zeit:
Am Kinderkarneval trank der Elferrat Cola aus Flaschen, um den Kindern zu zeigen, wir trinken auch nur Cola. Aber die Cola wurde mit Weinbrand aufgefüllt, bis der Geschmack wieder stimmte. Wenn keine Getränke mehr vorhanden waren, wurde schnell ein Orden verliehen und mit dem gespendeten Geld der Getränkevorrat wieder aufgefrischt. Trotzdem gab es irgendwann Alkoholverbot für Elferrat, aber das gilt heute alles nicht mehr. Bei euch herrscht vielleicht etwas mehr Disziplin und Verantwortungsgefühl.
1971 wird die Weiberfastnacht von dem Frauenchor des Gesangvereins ins Leben gerufen. Unser heutiger Karnevalschlager wurde 1977 von Kapelle Ekardos kreiert. 1979 wurden zum erstenmal bei der Erstürmung des Edertaler Rathauses die Regierungsgeschäfte übernommen und der Bürgermeister Günter Wöhner, der sich unter seinem Schreibtisch versteckt hatte, gefangen genommen. Ich kann mich noch daran erinnern, daß einige Karnevalisten beim Abzug Geh- und Schluckbeschwerden hatten. So schwierig war die Erstürmung, denn kampflos gab die Verwaltung sich nicht geschlagen. Endlich, 1983, nach einigen Gastauftritten der Waldecker Prinzengarde, konnten wir eine eigene Prinzengarde vorstellen, die uns heute auch wieder mit ihren Auftritten erfreuen wird.
Ein besonderes Ereignis 1987. In diesem Jahr hatten wir einen Damenelferrat, die Damen waren inzwischen bei dem reinen Männerclub Mitglieder geworden. Leider, leider mußte der Lumpenball wegen zu wenig Lumpen getrichen werden. EIn Höhepunkt war inzwischen der Auftritt des Männerballetts geworden. 1989, da die Erstürmung des Rathauses ausgeblieben war, drehten die Gemeindeoberhäupter, Bürgermeister Günter Wöhner und sein Nachfolger Willi-Ernst Schreiber den Spieß um und erstürmten die Narrenhochburg.
1990:
Die Grenze zur DDR war inzwischen gefallen - wurden wir vom Bruchstädter Karnevalclub unterstützt, mit denen uns nach der Grenzöffnung eine jahrelange Freundschaft verband. Großer Umzug im Jahr 1992. Der Verein feierte ab diesem Jahr im Bürgerhaus in Hemfurth. Die Bewirtung wird auch vom Verein durchgeführt. Prinzenausfall im Jahr 1995, was für ein Unglück. Der proklamierte Prinz Arnd I. fiel wegen einer Sportverletzung aus. Als Ersatzprinz trat Ralf I., der Ehemann von Heide I. an. Arnd I. hatte im folgenden Jahr einen erfolgreichen Versuch mit Prinzessin Jenny I.
In den 90ziger Jahren war immer wieder die Mini-Playback-Show der Höhepunkt beim Kinderkarneval. Auch wurde am Rosenmontagszug in Naumburg und im letzten Jahr erstmals am Wildunger Umzug teilgenommen. 1999 wurde die erste Weiberfastnacht von den Elferratsfrauen organisiert und auch gefeiert.Das war mein Rückblick auf 50 jahre Karneval in Hemfurth-Edersee.
Ich kann nicht auf alle Büttenreden, Auftritte und Vorführungen eingehen. Dies würde den Rahmen des heutigen Abends sprengen. Vorstand und Elferrat haben oft gewechselt. Es hat Höhen und Tiefen im Vereinsleben und auch bei den Karnevalsveranstaltungen gegeben. Aber die Begeisterungsstürme gingen und gehen auch heute noch hoch, wenn in Hemfurth Karneval gefeiert wird. Ich hoffe, es geht auch noch in den nächsten 50 Jahren mit Frohsinn und Heiterkeit weiter. Freuen Sie sich mit mir heute Abend auf die Büttenreden und Vorträge aus früheren Zeiten.

Albert Stieglitz, ein alter Karnevalist!

 

Hemfurth Helau !!!

Hemfurth lacht !!!

Drei Männer gehen auf der Straße und bemerken einen Mann gegenüber, der wie Jesus aussieht. Der eine geht rüber und fragt ihn, ob er Jesus sei, worauf er bejaht. Er fragt ihn, ob er ihm seinen Tennisarm wegmachen könne. Darauf sagt Jesus: "Klar, mach ich, dafür bin ich ja da!" Tschack-Bumm, und der Arm ist in Ordnung. Geht der zweite rüber und fragt, ob er sein Knie herrichten könne. Tschack-Bumm, und das Knie ist in Ordnung. Der dritte macht keine Anstalten, zu Jesus zu gehen und sich heilen zu lassen. Deshalb geht Jesus zu ihm hin und fragt, ob er ihm helfen könne. Darauf der dritte: "Fass mich ja nicht an, ich bin Frühpensionist!"
HAHAHA.DE Witze Portal

Programmheft

Hemfurth friert ???

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